Arbeitnehmerpastoral

Die tiefgreifenden politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüche, die wir gegenwärtig in unserem Land, in Europa und weltweit miterleben, stellen uns und unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung vor grundlegende Herausforderungen:

  • Die Berufstätigkeit prägt die Persönlichkeit und wirkt sich auf die Familie, die Pfarrei, die Verbände und die Teilnahme am kulturellen Leben aus.
  • Die Zahl der Pendler nimmt weiter zu.
  • Eine Berufsausbildung alleine genügt heute oft nicht mehr, vielmehr werden von den Arbeitnehmern mehrere Qualifikationen gleichzeitig und eine ständige berufliche Weiterbildung erwartet.
  • Die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt betrifft Schicht-, Wochenend-, Sonntags- und Teilzeitarbeit, Abrufbereitschaft, Leiharbeit sowie wechselnde Arbeitsorte.
  • Sie setzt oftmals menschliche Werte aufs Spiel und beeinflusst die Planungen der Arbeitnehmer selbst, ihrer Familien und das gemeinschaftliche Leben generell.
  • Die Ängste um den Arbeitsplatz und berufliche Unsicherheiten wecken in den Arbeitnehmern das Gefühl, austauschbar und überflüssig im wirtschaftlichen Gefüge zu werden.
  • Leistungsdruck und Monotonie in der Arbeit erschweren die Entfaltung der Persönlichkeit und fördern das Konsumverhalten auch in der Freizeit.
  • Soziale Spannungen und die Probleme der sozial Schwachen, Arbeitslosen, Kinderreichen, Alleinerziehenden, Frauen, Behinderten, Aussiedler und Ausländer, sind in unserer Gesellschaft oft nicht im Blickfeld.

All diese Entwicklungen müssen in der Gesamtseelsorge stärker in den Blick genommen werden. Berufsalltag und kirchliches Leben sollen wieder mehr miteinander in Verbindung kommen, denn "die Kirche schuldet allen Menschen ohne Unterschied die Frohe Botschaft von Jesus Christus."

Deshalb will die Arbeitnehmerpastoral in der Diözese Eichstätt im Auftrag des Bischofs bestrebt sein, sich der Sorgen und Nöte der Arbeitnehmerschaft anzunehmen. Zu den Einrichtungen, die diese Aufgabe erfüllen, gehören besonders die Verbände KAB, Kolping, CAJ und KLB, die Betriebsseelsorge und mit ihnen die Räte auf den verschiedenen Ebenen. Sie versuchen, den Menschen am Arbeitsplatz, aber auch auf ihrem Lebens- und Glaubensweg Hilfestellung und Begleitung anzubieten.

Ziel der Arbeitnehmerpastoral muss wie in jeglicher Form von Seelsorge die christliche Persönlichkeit sein, die zu Verantwortung bereit ist, um im Geiste des Evangeliums alle Lebenswirklichkeiten zu prägen und zu gestalten. Dazu gehören Menschlichkeit, Sachverstand, Verankerung im Glauben und das Bewusstsein, dass wir als Christen miteinander für andere da sind.