„Viele Ruheständler haben ein Leben lang gearbeitet, Kinder erzogen, Angehörige gepflegt und/oder sich ehrenamtlich engagiert“, betont KAB-Vorsitzende Soremba-Böxkes. „Statt Dank und Respekt nun erneut Pflichten oder gar eine verlängerte Lebensarbeitszeit zu fordern, sendet ein fatales Signal. Was ältere Menschen brauchen, ist Anerkennung – keinen weiteren Leistungszwang.“
Politik kommt (wie so oft) zu spät – und belastet die Falschen
Die KAB warnt: Hinter den aktuellen Vorschlägen verbergen sich oft versteckte Rentenkürzungen. „Diese Debatten hätte man bereits vor 20 Jahren führen und entscheiden müssen“, kritisiert Soremba-Böxkes. „Die demografische Entwicklung ist seit Jahrzehnten bekannt. Die Babyboomer gehen nun ab 2026 in Rente – das kommt jetzt nicht überraschend. Wir in der KAB und viele andere haben früh auf die Finanzierungsprobleme hingewiesen. Doch die Politik hat lange weggeschaut.“
Die letzte grundlegende Rentenreform von 2007 unter CDU/CSU geführten Großen Koalition, liegt nun bereits fast zwei Jahrzehnte zurück. Seither habe es kaum strukturelle Anpassungen mehr gegeben – dringend notwendige Reformen wie die Einbeziehung von Beamten und Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung oder kreative Modelle wie die von katholischen Verbänden vorgeschlagene „Cappuccino-Rente“ seien bislang aufgeschoben worden.
Altersarmut wächst – Zeit zu handeln
Die KAB Eichstätt macht auf die wachsende finanzielle Belastung im Alter aufmerksam: Inflation, steigende Lebensmittel- und Wohnkosten sowie die hohen Pflege-Eigenanteile setzen viele ältere Menschen unter Druck.
„Immer mehr Seniorinnen und Senioren fragen sich, ob ihre Rente zum Leben reicht. Das darf in einem reichen Land wie wir es sind, nicht sein“, warnt Soremba-Böxkes. „Ein würdevolles Leben im Alter ist ein Grundrecht – keine Frage des Geldbeutels. Es beschämt uns, wenn ältere Menschen Flaschen aus Mülleimern sammeln müssen.“
Die KAB fordert:
- Stabile und gerechte Renten, die Altersarmut verhindern
- Bezahlbares Wohnen und Energie, damit Seniorinnen und Senioren nicht durch die Inflation an den Rand gedrängt werden
- Eine solidarische Pflegefinanzierung, die Familien entlastet
Für eine gerechte Zukunft – generationenübergreifend denken
„Solidarität zwischen den Generationen bedeutet nicht, Ältere noch stärker in die Pflicht zu nehmen“, so Soremba-Böxkes. „Es geht um gemeinsame Verantwortung – für Gerechtigkeit, Würde und sozialen Zusammenhalt. Wir brauchen ein Klima des Respekts statt einer Politik, die Menschen bis ins hohe Alter als leistungsfähig und verwertbar betrachtet.“
Gleichzeitig fordert die KAB deutlich stärkere Angebote für junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. „Wer heute jung ist, braucht Perspektiven: faire Löhne, sichere Beschäftigung und ein stabiles Rentensystem, das Vertrauen schafft“, so Soremba-Böxkes. „Nur so lässt sich der Generationenvertrag wirklich erneuern – solidarisch, nachhaltig und gerecht.“