Künstliche Intelligenz im Fokus: KAB-Schulung beleuchtet Chancen, Risiken und Verantwortung
Bei einer Verantwortlichenschulung der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in Heilsbronn, geleitet von Kurt Schmidt, Bildungsreferent und Geschäftsführer des KAB-Bildungswerkes, standen gleich zwei aktuelle Themen im Mittelpunkt. Während Norbert Staudt die Teilnehmenden in die Welt der Künstlichen Intelligenz einführte, vermittelte Marko Beckenbauer praxisnahes Wissen zur Fotografie für die Öffentlichkeitsarbeit.
Staudt beleuchtete in seinem Vortrag die Spannungsfelder von Künstlicher Intelligenz zwischen Chancen, Risiken und gesellschaftlicher Verantwortung. Ausgehend von einer grundlegenden Begriffsklärung erläuterte er, dass KI darauf abzielt, menschliche Fähigkeiten wie Lernen, Problemlösen und das Erkennen von Zusammenhängen technisch nachzubilden. Dabei sei die Entwicklung keineswegs neu: Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts habe man mit dem Turing-Test versucht, die Denkfähigkeit von Maschinen zu überprüfen.
Anhand verschiedener Beispiele zeigte Staudt die rasante Entwicklung bis in die Gegenwart auf. Heute sei KI längst in vielen Bereichen angekommen – etwa in der Medizin, im Online-Handel oder in der Industrie. Gleichzeitig betonte er, dass Künstliche Intelligenz den Menschen unterstützen, aber nicht ersetzen dürfe. Gerade in sensiblen Bereichen müsse die letzte Entscheidung beim Menschen bleiben. Auch Fragen nach möglichen Fehlentwicklungen und Missbrauch wurden angesprochen und in den größeren gesellschaftlichen Kontext eingeordnet.
Einen ergänzenden Blick auf die politische und gesellschaftliche Dimension brachte Andreas Holl, Diözesanvorsitzender der KAB, ein. Er stellte zentrale Punkte eines aktuellen Positionspapiers der KAB zur Bewertung des europäischen AI Acts vor. Darin wird unter anderem gefordert, dass der Schutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern stärker in den Mittelpunkt rückt, etwa beim Einsatz von KI zur Leistungsüberwachung oder bei automatisierten Entscheidungen im Personalbereich. Kritisch sieht die KAB zudem, dass wirtschaftliche Interessen häufig Vorrang vor sozialen und ethischen Fragen erhalten könnten. Zugleich betont das Papier die Notwendigkeit klarer Transparenzregeln, damit nachvollziehbar bleibt, wann und wie KI-Systeme Entscheidungen treffen. Auch die Sicherung von Mitbestimmungsrechten und Qualifizierungsmaßnahmen für Beschäftigte wird als zentrale Voraussetzung für einen verantwortlichen Einsatz von KI hervorgehoben.
Parallel dazu widmete sich Marko Beckenbauer, Mitglied eines Fotoclubs, in einem weiteren Workshop der Frage, wie aussagekräftige Fotos zu einer gelungenen Pressearbeit beitragen können. Er vermittelte den Teilnehmenden sowohl technische Grundlagen als auch gestalterische Aspekte der Fotografie. Dabei ging es unter anderem um Bildaufbau, die Auswahl geeigneter Motive und das Erkennen aussagekräftiger Szenen.
Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Geschichte der Fotografie sowie in Möglichkeiten der systematischen Bilderverwaltung. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf praktischen Übungen, bei denen das Gelernte direkt umgesetzt werden konnte. Ziel des Workshops war es, die Qualität von Bildern als wichtigen Bestandteil von Pressemitteilungen nachhaltig zu verbessern.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass sowohl der Umgang mit neuen digitalen Technologien als auch eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit zentrale Aufgabenfelder für die KAB darstellen. Beide Workshops boten den Teilnehmenden dafür konkrete Impulse und praxisnahe Hilfestellungen.